Wu, der Himmelsstamm der Erde Yang

Wu ist die Erde in ihrer Phase Yang unter den zehn Himmelsstämmen, und sein klassisches Bild ist der Berg: eine Masse, die Schutz gibt und sich nicht bewegt. Nicht zu verwechseln mit dem Zweig Wu, jenem des Pferdes, der mit einem anderen chinesischen Zeichen geschrieben wird.

Der Stamm und sein Bild

Wu ist der fünfte der zehn Himmelsstämme, die Erde in ihrer Phase Yang, und sein klassisches Bild ist der Berg.

Eine Klarstellung des Vokabulars steht vor allem anderen, denn sie erspart viele Lesefehler: der Stamm Wu und der Zweig Wu sind zwei verschiedene chinesische Zeichen, die die Umschrift in Pinyin schriftlich wie mündlich gleich macht. Der Stamm Wu ist die Erde Yang. Der Zweig Wu dagegen ist jener des Pferdes. Ein Wu in einem BaZi anzutreffen sagt also nichts, solange man nicht nachgesehen hat, auf welcher Zeile es steht, der der Stämme oder der der Zweige.

Das Bild des Berges trägt die gesamte Wesensart. Ein Berg bewegt sich nicht, rechtfertigt sich nicht, reagiert nicht auf das, was ihn umgibt. Man umgeht ihn oder man besteigt ihn, aber man verhandelt nicht mit ihm. Es ist die massive Erde, die Schutz gibt und bleibt: was sich an seiner Flanke niederlässt, findet dort einen Halt, der sich nicht verschieben wird, und genau diese Unbeweglichkeit ist das, weswegen man kommt.

Daher kommen die Stabilität, der Schutz und die Verlässlichkeit, die dieser Stamm von sich aus trägt. Eine Wu Präsenz hält den Rahmen, während andere sich aufregen, und sein Wort gilt als Zusage, weil es nicht zurückgenommen wird.

Die Kehrseite liegt in derselben Bewegung. Was sich nicht bewegt, ist langsam, und was fest ist, wird bisweilen starr. Wu ändert seine Meinung nicht im Takt der Ereignisse, was eine Stärke ist, wenn die Ereignisse unrecht haben, und eine Last, wenn sie recht haben.

Element und Polarität

Wu gehört zur Erde, einem der fünf Elemente des Wu Xing, und besetzt darin die Phase Yang.

Yang bedeutet weder männlich noch überlegen: es ist ein Zustand, jener des ausgedehnten, exponierten, nach außen gewandten Stoffes. Die Erde Yang ist also die Erde als Volumen, jene des Reliefs und der Masse, nicht jene, die man mit der Hand umgräbt.

Jedes Element gliedert sich in zwei Stämme, einen Yang und einen Yin. Der Zwilling von Wu ist Ji, die Erde Yin, deren Bild die Gartenerde ist. Beide sagen dieselbe Substanz in zwei entgegengesetzten Zuständen: Wu hält sie zurück und hebt sie an, Ji öffnet sie und bearbeitet sie. Beide zu verwechseln hieße, eine Felswand und ein Gemüsebeet zu verwechseln, weil es sich um denselben Boden handelt.

Wo er sich verbirgt

Ein Stamm steht nicht nur auf der sichtbaren Zeile der Himmelsstämme. Er sitzt auch im Inneren bestimmter Erdzweige, als verborgener Stamm. Wu ist von allen Stämmen einer der am besten verteilten: er erscheint in fünf Zweigen.

ZweigZeichenRang des verborgenen Stammes
ChenDrachewichtigster
XuHundwichtigster
SiSchlangezweiter
ShenAffezweiter
YinTigerdritter

Der Rang gibt das relative Gewicht des Stammes im Inneren des Zweigs an. In Chen und Xu ist Wu der wichtigste verborgene Stamm, was diese beiden Zweige zu seinen klarsten Ankerpunkten macht. Andernorts ist er gegenwärtig, ohne zu bestimmen.

Als Tagesmeister

Der Stamm der Tagessäule trägt einen eigenen Namen: den Tagesmeister. Er ist der Bezugspunkt, von dem aus der gesamte Rest gelesen wird. Mit Wu an dieser Stelle geboren zu sein heißt also, seine acht Zeichen vom Berg aus zu lesen.

Ein Tagesmeister Wu beobachtet, bevor er sich bewegt. Seine eigene Art ist nicht, schnell zu antworten, sondern die Position zu halten, bis die Lage zu ihm kommt, und diese Geduld gilt bei jenen, die eine sofortige Reaktion erwarten, oft als Langsamkeit. Sie ist in Wahrheit die Funktionsweise der Masse: sie setzt sich nur aus guten Gründen in Bewegung, und dann hält sie nicht mehr an.

Es ist auch ein Tagesmeister, an den man sich wendet. Der Schutz ist bei Wu eher ein Reflex als eine Entscheidung: er gibt Obdach, er deckt, er fängt die Stöße für jene ab, die hinter ihm stehen, ohne immer zu bemessen, was ihn dieses Obdach kostet.

Der Punkt der Wachsamkeit steckt in einem Wort: die Festigkeit. Sie macht die Stabilität der Person aus, solange sie eine Grundlage bleibt, und wird zur Mauer, sobald sie als Argument dient.

Bleibt die allgemeine Regel des BaZi: der Tagesmeister gibt den Lesewinkel, nie das ganze Bild. Ein BaZi wird über acht Zeichen gelesen, und Wu ist nur eines davon.

Schlüsselwörter

FAQ

Welches Element trägt der Himmelsstamm Wu?

Wu ist die Erde in ihrer Phase Yang. Er bildet ein Paar mit Ji, der dieselbe Erde in der Phase Yin ist. Yang und Yin beschreiben hier zwei Zustände desselben Stoffes, nicht zwei Geschlechter.

Ist der Stamm Wu das Zeichen des Pferdes?

Nein. Der Stamm Wu und der Zweig Wu sind zwei verschiedene chinesische Zeichen, die das Pinyin gleich umschreibt. Der Stamm Wu ist die Erde Yang, der Zweig Wu ist jener des Pferdes. Aus dem einen folgt nichts für das andere.

In welchen Zweigen verbirgt sich Wu?

Wu steht unter den verborgenen Stämmen von fünf Zweigen: Chen (der Drache) und Xu (der Hund), wo er der wichtigste verborgene Stamm ist, dann Si (die Schlange) und Shen (der Affe) an zweiter Stelle und Yin (der Tiger) an dritter.

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