Das Kind, Karte 13 im Petit Lenormand

Das Kind benennt, was beginnt und zerbrechlich bleibt: einen Anfang, eine Neuheit, etwas Kleines, das seine endgültige Größe noch nicht hat. Es zeigt ein Stadium an, kein Ereignis.

Bedeutung

Das Kind ist die Karte 13 des Petit Lenormand, und sein Wort meint eher ein Stadium als eine Person: was beginnt. Der Anfang, der erste Schritt, das, was schon da ist, aber seine Größe noch nicht erreicht hat.

Auf den Blättern der Dondorf-Linie, um 1890, zeigt das Bild ein einzelnes Kind, stehend oder spielend. Es ist keine Figur, die als Person der Legung zu deuten wäre, außer wenn der Zusammenhang das deutlich verlangt. Meist steht das abgebildete Kind für eine Eigenschaft: klein, neu, noch weich.

Vier Nuancen gehen aus diesem Wort hervor. Zuerst der Anfang: Eine Sache startet, sie ist in ihren ersten Stunden. Dann die Neuheit: Es ist ungewohnt, noch nie getan, ohne Vorbild in der Geschichte der Person. Ebenso die Arglosigkeit: die fehlende Erfahrung, die Einfachheit, mitunter die Unbefangenheit dessen, der entdeckt. Und schließlich der kleine Maßstab: eine bescheidene Menge, eine geringe Reichweite, ein knappes Format.

Diese letzte Nuance leistet in der Deutung viel, weil sie als Abstufung dient. Neben einer anderen Karte verringert das Kind deren Reichweite: Es ist nicht nichts, es ist wenig. Eine Summe wird zur kleinen Summe, ein Konflikt zu einer Reibung, ein Vorhaben zu einem Versuch.

Die Zerbrechlichkeit gehört zum Wort, und man sollte sie nicht wegnehmen, um die Karte angenehmer zu machen. Was beginnt, ist verletzlich, und nichts verbürgt, dass es wächst. Die Karte behauptet auch nicht das Gegenteil: Sie benennt einen gegenwärtigen Zustand, jung und wenig gefestigt, ohne sich über den weiteren Verlauf zu äußern.

Und schließlich die Frage, die immer wiederkehrt: Das Kind wird nicht selbstverständlich als Geburt gelesen. Es kann ein wirkliches Kind bezeichnen, wenn die Frage auf die Familie zielt, aber es bezeichnet ebenso einen beruflichen Anfang, eine beginnende Beziehung oder eine Ausbildung, die startet. Eine einzelne Karte gibt nur ein Wort her: Die Nachbarkarte entscheidet über den Bereich.

Spielkarte und traditionelle Deutung

Das Kind trägt das Einsatzbild Pik Bube. Diese Zuordnung stammt aus dem Pikettblatt zu sechsunddreißig Karten, das dem Petit Lenormand ursprünglich unterlegt war, und sie ist durch die kanonische Tabelle festgelegt, nie aus dem Namen erraten.

In der deutschen Schule weist die Farbe Pik auf das fordernde Register, auf das, was Mühe kostet oder auf Widerstand stößt. Das Einsatzbild widerspricht dem Wort der Karte nicht, es beleuchtet einen Aspekt: Ein Anfang verlangt Kraft, er setzt der Unerfahrenheit aus, und die Gewohnheit schützt ihn noch nicht.

Manche modernen Ausgaben drucken dieses Einsatzbild nicht. Für die Deutung bleibt die Zuordnung gültig, sie fehlt lediglich auf dem Kartenbild.

Wichtige Kombinationen

Das Lenormand wird in Paaren gelesen, und die Grammatik liegt fest: die erste Karte ist das Hauptwort, die zweite das Eigenschaftswort. Das Kind vor dem Fuchs sagt etwas anderes als der Fuchs vor dem Kind. Im einen Fall betrifft ein Anfang die Arbeit. Im anderen geschieht die Arbeit in kleinem Maßstab oder mit wenig Erfahrung.

KombinationDeutung
Das Kind + Das HerzEin entstehendes Gefühl, ein Beziehungsanfang
Das Kind + Das HausEin neues Zuhause, eine Familie, die größer wird
Das Kind + Der FuchsEine neue Stelle, ein beruflicher Anfang
Das Kind + Das BuchEin Lernen, das beginnt, eine Ausbildung
Das Kind + Die FischeEine kleine Summe, ein bescheidener finanzieller Anfang

Die vollständige Mechanik der Paare steht in der Deutung nach Kombinationen.

Position in der Großen Tafel

Position 13 einer Großen Tafel ist das Haus des Kindes: was beginnt, was noch klein ist.

Die Karte, die dort liegt, zeigt, was in seinen ersten Schritten steht und in welchem Bereich. Das Buch im Haus des Kindes weist auf ein eben erst begonnenes Wissen, der Anker auf eine Gewohnheit, die sich gerade erst festigt. Fällt das Kind in sein eigenes Haus, verstärkt sich sein Wort: Alles ist neu, und nichts ist eingerichtet.

Die Tabelle der sechsunddreißig Häuser und die drei Tafelformate stehen auf der Seite zur Großen Tafel.

Schlüsselwörter

RegisterWörter
KernaussageWas beginnt und zerbrechlich bleibt
AnfangBeginn, Auftakt, erster Schritt, Start
NeuheitUngewohnt, nie getan, ohne Vorbild
MaßstabKlein, bescheiden, geringe Reichweite, Arglosigkeit, Unerfahrenheit

Verwandte Karten

FAQ

Was bedeutet das Kind im Petit Lenormand?

Das Kind benennt, was beginnt und zerbrechlich bleibt: einen Anfang, eine Neuheit, eine noch kleine Sache. Es beschreibt ein Entwicklungsstadium, jung und wenig gefestigt, und die Nachbarkarte zeigt, in welchem Bereich dieser Anfang liegt.

Kündigt das Kind eine Geburt an?

Nicht von sich aus. Es benennt Anfang und kleinen Maßstab, was ein wirkliches Kind einschließt, sich aber nicht darauf beschränkt. Die gestellte Frage und die Nachbarkarten entscheiden über das Register: Ein beruflicher Anfang, ein entstehendes Gefühl oder ein Vorhaben in den ersten Schritten tragen dieselbe Karte.

Welcher Spielkarte entspricht das Kind?

Das Kind trägt das Einsatzbild Pik Bube. Diese Zuordnung stammt aus der kanonischen Tabelle des Pikettblatts zu sechsunddreißig Karten und lässt sich weder aus dem Namen noch aus dem Bild ableiten.

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