Jia, Himmelsstamm des Holz Yang

Jia eröffnet die Reihe der zehn Himmelsstämme. Er ist das Holz in seiner Phase Yang, und sein klassisches Bild ist der große Baum: das harte Holz, das gerade wächst und nicht biegt.

Der Stamm und sein Bild

Jia ist der erste der zehn Himmelsstämme, und sein klassisches Bild ist der große Baum. Die ganze Wesensart des Stammes steckt in diesem Bild.

Ein Baum bewegt sich nicht. Er nimmt einen Platz ein, er hält ihn, und er wächst in eine einzige Richtung: nach oben. Jia beschreibt diese Wachstumsbewegung, die über ihre Richtung nicht verhandelt. Es ist das harte Holz, jenes, aus dem man einen Dachstuhl baut, nicht jenes, das sich um eine Stütze windet. Es steigt gerade auf und biegt nicht.

Daher kommt die Aufrichtigkeit, die man diesem Stamm zuschreibt. Jia geht auf dem kürzesten Weg zum Ziel, sagt die Dinge, wie er sie sieht, und erträgt Umwege schlecht. Diese Offenheit ist keine Taktik, sie ist die Form des harten Holzes selbst: es hat keine andere Art zu wachsen.

Daher kommt auch sein Pioniergeist. Als Erster der Reihe eröffnet Jia. Er beginnt, er rodet, er nimmt den Platz, den noch nichts besetzte, wie ein einzelner Baum, der sich vor dem Wald ansiedelt.

Und daher kommt, was das Bild nicht verbirgt: die Starrheit. Was nicht biegt, bricht am Ende. Ein Stamm, der jede Beugung verweigert, hält stand, solange er hält, und bricht dann auf einen Schlag, ohne Zwischenstufe. Jia kennt den Bereich zwischen Halten und Nachgeben schlecht.

Bleibt die Verantwortung. Der Baum trägt seine Äste, sein Laub und das, was sich darunter schützt. Der Stamm, der gerade aufsteigt, trägt am Ende immer etwas anderes als sich selbst, und dieses Gewicht gehört zu seinem Bild.

Element und Polarität

Jia ist das Holz in seiner Phase Yang. Sein Zwilling ist Yi, das Holz in seiner Phase Yin: zwei Stämme, ein einziger Stoff.

Die Polarität bezeichnet weder ein Geschlecht noch eine Rangordnung. Yang und Yin sind zwei Phasen derselben Bewegung, und keine ist der anderen überlegen. Was sie tun, ist ein Element auf zwei Formen zu verteilen, die sich nicht gleich verhalten.

Bei Jia liest sich die Phase Yang unmittelbar im Bild. Das Holz nimmt hier seine dichteste und bestimmteste Form an: ein senkrechter Trieb, eine Struktur, die mit der Zeit härter wird, ein Stoff, der seine Richtung durchsetzt, statt sich der des Geländes anzupassen. Wo das Holz Yin sich mit dem arrangiert, was es vorfindet, setzt sich das Holz Yang fest und schafft sich Raum um sich herum.

Es ist derselbe Saft, am anderen Ende gefasst.

Wo er sich verbirgt

Ein Himmelsstamm erscheint nicht nur offen, an der Spitze einer Säule. Jeder Erdzweig beherbergt einen oder mehrere Himmelsstämme, seine verborgenen Stämme, die bei der Lesart mitzählen, ohne auf den ersten Blick sichtbar zu sein.

Jia verbirgt sich in zwei Zweigen.

Im Zweig Yin, dem des Tigers, steht er an erster Stelle: er ist der führende verborgene Stamm dieses Zweigs.

Im Zweig Hai, dem des Schweins, steht er an zweiter Stelle, als Stütze hinter einem anderen Stamm.

Die Folge ist konkret. Ein BaZi, das auf seinen vier sichtbaren Stämmen kein Jia zeigt, kann dennoch welches enthalten, sobald einer dieser beiden Zweige darin vorkommt. Das ist einer der Gründe, warum ein BaZi sich nie über das zählt, was man sieht.

Als Tagesmeister

Der Stamm der Tagessäule ist der Tagesmeister, der Bezugspunkt, von dem aus der gesamte Rest gelesen wird. An einem Jia Tag geboren zu sein heißt, die acht Zeichen vom großen Baum aus anzugehen.

Ein Tagesmeister Jia denkt in Richtungen. Er weiß, wohin er geht, oder er sucht aktiv danach, es zu wissen, und er bewegt sich in diese Richtung, solange ihn nichts bricht. Die Offenheit kommt mit dazu, und mit ihr das Unbehagen in Lagen, die Lavieren verlangen, ein Thema zu umkreisen oder etwas anderes zu sagen, als man denkt.

Er übernimmt bereitwillig die Last. Der Stamm trägt: dieser Tagesmeister findet sich oft in der Lage, etwas für andere zu halten, und erträgt das Gewicht besser als die Doppeldeutigkeit.

Seine Schwierigkeit ist die genaue Kehrseite seiner Stärke. Ein Baum zieht sich nicht zurück. Wo ein geschmeidiges Holz durch Neigen einsteckte, hält Jia, dann bricht er. Bei der Form nachzugeben, ohne bei der Sache nachzugeben, ist die eigene Arbeit dieses Stammes.

Eine nützliche Erinnerung: der Tagesmeister ist nicht das Jahrestier. Das BaZi wird über acht Zeichen gelesen, und das Jahreszeichen ist nur eines davon.

Schlüsselwörter

FAQ

Wofür steht der Himmelsstamm Jia?

Jia ist der erste der zehn Himmelsstämme. Er trägt das Element Holz in seiner Phase Yang, und sein klassisches Bild ist der große Baum: das harte Holz, das gerade wächst und nicht biegt.

Was unterscheidet Jia von Yi?

Beide sind Holz. Jia ist dessen Stamm Yang, Yi der Stamm Yin. Dasselbe Element, zwei Phasen derselben Bewegung: die Polarität bezeichnet weder ein Geschlecht noch einen höheren Rang.

In welchen Zweigen verbirgt sich Jia?

In zwei Zweigen. In Yin, dem des Tigers, steht er an erster Stelle der verborgenen Stämme. In Hai, dem des Schweins, steht er an zweiter Stelle.

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